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Goldene Konfirmation 2007

Es ist üblich den Tag der "Goldenen Konfirmation" festlich zu begehen. So erhielt ich von der Kirchgemeinde Matthäus eine Einladung, die auf die Besonderheit hinwies, daß wir die ersten Konfirmanden waren, die nach Beseitigung der Kriegsschäden in der 1955 selbständig gewordenen Matthäusgemeinde am 14. April 1957 konfirmiert wurden. Im Konfirmanden-buch der Gemeinde sind 75 Konfirmanden eingetragen und es erwies sich als sehr schwierig die heutigen Adressen der Jubelkonfirmanden ausfindig zu machen. Von 24 angeschriebenen Konfirmanden folgten 8 der Einladung zum Gedenkgottesdienst (3 Frauen, 5 Männer), wovon zwei aus den alten Bundesländern kamen und eine weite Reise nicht scheuten. Die meisten waren sich fremd, kamen sich aber beim Erzählen sehr schnell näher. Offensichtlich gab es am 14. 4. 1957, zeitlich versetzt, zwei Konfirmationen. Bilder belegen, daß der damalige Pfarrer Hahn einen Konfirmationszug der Jungen und einen der Mädchen anführte. Nach älterem Brauch wurde vor der Haustür eines jeden Konfirmanden gestreut - auf einer ausgeworfenen breiten Spur von "ATA Scheuermittel" verteilte man kleine Zweige von Tanne oder Buchsbaum. So war auch die Freiherr - vom - Stein - Str. vom Gemeindehaus bis zum Eingang der Kirche gestreut. Unter den Klängen eines Posaunenchores, der das Lied "Jesu geh voran auf der Lebensbahn" spielte, schritten wir damals, festlich in Schwarz gekleidet, ins sogenannte Gemeindehaus. Eine Woche vorher hatten wir vor der Gemeinde im Gottesdienst unsere Konfirmandenprüfung abgelegt.
 
Die Konfirmanden 1957   Die Konfirmanden 1957
Die Konfirmanden 1957   Die Konfirmanden 1957
 
Heute begleitete unseren kleinen Einzug auch wieder ein Posaunenchor, der auch während des Gottesdienstes spielte. Pfarrer Koch hatte die Predigt speziell auf die ehemaligen Konfirmanden zugeschnitten und den Text verwendet "Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen" Josua 24, Vers 15. In der Predigt verglich er den Lebensweg der damaligen Konfirmanden mit dem Weg der Israeliten, die Moses aus Ägypten in ein neues Land führte - ein ungewisses Unterfangen. Nicht alle hatten die Kraft diesem Weg zu folgen und viele kehrten um. 1957 gingen 75 Konfirmanden aus der Matthäusgemeinde hinaus ins Leben. Auch sie wußten nicht, was auf sie zukommt. Der politische Druck und die wirtschaftliche Situation in der DDR stellten manche Familie vor die Frage: Bleiben wir hier oder gehen wir in den Westen?, passen wir uns an oder gehen wir unseren christlichen Weg weiter, der vom Staat nicht gewünscht war und nehmen evtl. Ausbildungseinschränkungen in Kauf? Es ist der Glaube, der es den Menschen ermöglicht den Weg ins Ungewisse zu wagen und zu bestehen. Damals wie auch heute. Der Gottesdienst endete mit einem Abendmahl, das wir von 50 Jahren nicht am Konfirmationstag erhielten, sondern zu einem späteren Termin in einem Abendgottesdienst. Zur Erinnerung an den heutigen Tag erhielt jeder eine Urkunde und "Das neue Testament für Christen in Magdeburg".

Der gesellige Teil des Tages mit Gemeindemitgliedern begann mit einem Glas Sekt. Während einer kleinen Mittagsmahlzeit und dem späteren Kaffeetrinken wurden viele Erinnerungen (Schule, Wohngebiet und Nachkriegserlebnisse) ausgetauscht. Ein Gast zeigte uns einen Filmausschnitt von seiner Konfirmation und Pfarrer Koch berichtete den Gästen von seiner Arbeit und den baulichen Veränderungen des Gemeindehauses im Jahr 2001.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch im Namen der anderen Jubilare bei allen Initiatoren noch einmal herzlich bedanken. Sie haben alles gut organisiert und viel Freizeit investiert, damit wir einen schönen Tag verleben durften.

Renate Scholz
geb. Palandt
 
Im Gottesdienst   Die goldenen Konfirmanden
Im Gottesdienst   Die goldenen Konfirmanden
 
Gruppenbild mit Pfarrer Uwe Koch   Beim gemütlichen Gespräch
Gruppenbild mit Pfarrer Uwe Koch   Beim gemütlichen Gespräch

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